Pestizide werden ausgebracht © Pro Natura Solothurn

Solothurner Komitee 2 x Ja: Zum Schutz unserer Lebensgrundlagen

07.05.2021

Die Solothurner Natur- und Umweltschutzverbände sprechen sich für 2 x Ja am 13. Juni zu den Initiativen für sauberes Trinkwasser und für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide aus.

Der Kanton Solothurn ist von den Folgen der intensiven Landwirtschaft mit hohem Pestizid­einsatz und grossen Nährstoffeimissionen besonders betroffen. Kleine Oberflächengewässer wie beispielsweise unser Limpach sorgen als «Prototyp eines mit Pestiziden belasteten Gewässers» auch national für negative Schlagzeilen.

Kleinlebewesen in Gewässern wie der Bachflohkrebs als Tier des Jahres 2021 leiden besonders unter den Belastungen unseres Wassers. Diese Kleinlebewesen bilden die Nahrungsbasis für eine vielfältige Fischfauna. Wenn diese Nahrungsgrundlage für Forelle und Co. fehlt, verschwinden auch diese für immer aus unseren Bächen und Flüssen.

Das Insektensterben ist erwiesen. Innerhalb von nur drei Jahrzehnten hat der Mensch in verschiedenen Gebieten die Insektenpopulationen um bis zu 75 % dezimiert. Auch die Zahl der Arten nimmt dramatisch ab. Gründe dafür sind neben dem Verlust der Lebensräume insbesondere die intensive Landwirtschaft.

Auch insektenfressende Vögel, die im Kulturland leben, haben in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Während die Bestände im Wald und im Siedlungsgebiet, also in weniger belasteten Gebieten, einen leicht steigenden oder stabilen Trend zeigen.

Die intensive Nutzung und hohe Nutztierbestände führen zu grossen Problemen für unser Trinkwasser. Mit kostenintensiven Projekten wie dem Nitratprojekt im Gäu versucht man, die gesundheitsschädlichen Belastungen des Trinkwassers zu reduzieren.

National- und Ständerat haben die Reform der Schweizer Agrarpolitik sistiert und damit die Entwicklung einer ökologischeren und nachhaltigen Landwirtschaft auf Jahre hinaus blockiert. Die beiden Initiativen sind ein nötiger Schritt vorwärts. Mit einem zweifachen Ja würde die Umwelt kaum mehr mit giftigen Pestiziden belastet, der übermässige Einsatz von Antibiotika gestoppt und die Überdüngung gebremst. Der Schutz unserer Lebensgrundlagen tut dringend Not!

Solothurner Komitee 2xJA

  • Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz Solothurn
    Dr. med. Reiner Bernath, Präsident
  • BirdLife Solothurn
    Thomas Lüthi, Vizepräsident
  • Pro Natura Solothurn
    Nicole Hirt, Präsidentin
  • Soloth. Kantonaler Fischereiverband
    Christian Dietiker, Präsident
  • WWF Solothurn
    Laura Bruppacher, Geschäftsleiterin,
  • Martin Würsten
    Dipl. Ing. ETH, ehem. Chef Amt für Umwelt Kanton Solothurn, Kerngruppe 4aqua

 

Weitere Auskünfte


Weitere Auskünfte:
Christian Dietiker, Präsident Soloth. Kantonaler Fischereiverband:
Tel. 079 369 8 345, E-Mail: @email

Thomas Lüthi, Vizepräsident BirdLife Solothurn,
Tel. 079 820 51 94, E-Mail: @email



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