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Umweltverbände sagen JA zum Dünnernprojekt

01.06.2022

Die ökologischen Defizite und die Mängel beim Hochwasserschutz der Dünnern zwischen Oensingen und Olten sind hinlänglich bekannt und gut dokumentiert. Das Hochwasserschutzprojekt und die entsprechenden ökologischen Aufwertungen an der Dünnern zwischen Oensingen und Olten sind dringend nötig.

Der Hochwasserschutz entlang der Dünnern zwischen Oensingen und Olten weist grosse Defizite auf. Diese sind seit Jahren bekannt, ebenso wie die grossen ökologischen Defizite auf diesem Abschnitt der Dünnern.
Die Sohle und das Gerinne sind sehr stark verbaut und kanalisiert, Wasserlebewesen finden in ihrem jetzigen Zustand praktisch keine Lebensgrundlagen. Auch ihre Aufgabe als vernetzendes Element in der Landschaft kann die Dünnern aktuell nicht wahrnehmen, da der Uferbereich als Pufferstreifen zwischen intensiver Landwirtschaft und Gewässer zu schmal ist. Die Wasser- und Landlebensräume und temporären Überflutungsräume eines naturnahen Gewässers sind für die Biodiversität enorm wichtig.

Die ans Gewässer gebundenen Lebensräume sind die am stärksten bedrohten Lebensräume in der Schweiz. Das zeigte die 2019 erschienene BAFU-Studie der prioritären Lebensräume der Schweiz bildhaft auf.

Nur mit gezielten Aufwertungsmassnahmen entlang der Dünnern erhalten Fische, Wasserwirbellose, Amphibien und an Gewässer gebundene Reptilien, Vögel und Säugetiere ihre Lebensgrundlagen zurück.

Eindrücklich ist der positive Effekt, der mit der kurzen, bereits realisierten Renaturierung in Wangen bei Olten erzielt werden konnte. In diesem Abschnitt konnte durch das Aufbrechen der Uferbefestigungen und die Verbreiterung des Gerinnes wieder ein dynamisches Flussbett mit verschiedenen Strömungs­mustern geschaffen werden. Es entstand neuer Lebensraum für Fische und Wasserinsekten.

Der Kanton hat diese Mängel erkannt und in einem breit abgestützten Prozess Varianten zur Behebung der Defizite bei Ökologie und Hochwasserschutz erarbeitet. Die Umweltverbände sind seit Beginn in der Begleit- und Projektgruppe eingebunden und konnten das Projekt so in allen Phasen aktiv begleiten.

Die Vorteile bei der Bewertung der Variante «Ausbauen» sind für uns nachvollziehbar und decken sich mit unseren Einschätzungen. Beide vorliegenden Varianten sind aber ein gangbarer Weg und würden eine deutliche und dringend nötige Verbesserung zur jetzigen Situation schaffen.

Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung des Projektes und hoffen, dass schon bald die ersten Abschnitte dieses Generationenprojektes realisiert werden können!

 

Medienmitteilung von:
WWF Solothurn, BirdLife Solothurn, Solothurnisch Kantonaler Fischereiverband, Pro Natura Solothurn