Litstel Breitenbach © Andreas Gerth

Altholzinseln

Altholzinseln bilden die Vernetzungstrittsteine zwischen Naturwaldreservaten und andern Schutzgebieten.

Als Folgeprojekt zum 50 Jahr Jubiläum von Pro Natura Solothurn im Jahr 2010 haben wir Altholzinseln gesichert. Waldbestände mit alten Bäumen und Totholz sind aus der Sicht des Naturschutzes von grosser Bedeutung. Die genauen Kriterien und Rahmenbedingungen für die Altholzinseln sind mit der kantonalen Abteilung Wald (AWJF) abgesprochen und koordiniert worden.

Altholzinseln sind eine Ergänzung zu den Naturwaldreservaten. Darin wird Alt- und Totholz angereichert, von dem viele höhlenbrütende Vögel, Fledermäuse sowie zahlreiche für ihre Entwicklung auf Totholz angewiesene Organismen wie Pilze, Flechten und Insekten (insbesondere Käfer) profitieren können. Die ausgeschiedenen Waldflächen werden während mindestens 50 Jahren nicht mehr genutzt, so dass sich der Wald frei entwickeln kann.

Altholzinsel Säliwald in Olten

Säliwald © Pro Natura Solothurn © Pro Natura Solothurn
Säliwald, Olten

Seit Januar 2013 besteht für die Altholzinsel Säliwald eine Vereinbarung mit der Bürgergemeinde Olten. Die aus der Nutzung entlassene Waldfläche beträgt 2.86 ha und grenzt an das Aargauer Naturschutzgebiet Säliflue. Der rund 50 m breite Waldstreifen entlang der Krete ist sehr artenreich und enthält eine Vielzahl von sehr alten Bäumen und Totholz.

Aus dem Wirtschaftsplan von 1895 kann geschlossen werden, dass das Alter der Bäume in diesem Bestand zwischen schätzungsweise 130 – 200 Jahren beträgt. Dazwischen stehen diverse Jungbäume. Hier kommen Waldgesellschaften des Typs Zahnwurz-Buchenwald, Bergseggen- und Weissseggen-Buchenwald wie auch Lungenkraut-Buchenwald vor. Wie es der Name sagt, ist die Buche die dominante Baumart, wenn auch im Kretenbereich eher wenig konkurrenzfähig. Weitere wichtige und dem Extremstandort besser angepasste Baumarten sind u.a. Traubeneiche sowie Kreuzungsformen mit der Flaumeiche, Esche, Bergahorn, Feldahorn, Eibe, Waldföhre, Sommerlinde und Maulbeerbaum. Etliche an den Kretenstandort angepasste Sträucher wie Weissdorn, Felsenbirne, Feld-Rose, Reichstachlige Rose (hier aber fast ohne Stacheln), und Strauchwicke bereichern den Wald. Ebenso zahlreich sind die Stauden und Blütenpflanzen, so zum Beispiel Zahnwurzarten, Immenblatt, Schwalbenwurz, blutroter Storchenschnabel, echte Schlüsselblume, Frühlings-Platterbse, wohlriechendes Veilchen, Maiglöckchen und am lichten Rand der Felsen kommt sogar die seltene Grenobler Nelke vor.

Altholzinsel Litstel in Breitenbach

Litstel © Pro Natura Solothurn © Pro Natura Solothurn
Litstel, Breitenbach

In Breitenbach steht die Altholzinsel Litstel, die 2015 mit einer Vereinbarung mit der Bürgergemeinde Breitenbach gesichert wurde. Auf der 1.81 ha grossen Altholzinsel am westlichen Abhang des Litstelchöpfli stockt ein typischer Waldmeister-Buchenwald. Der sehr wüchsige Standort wird von der Buche dominiert, die gerade und mächtige Stämme ausformen kann. Interessanter­weise stehen im westlichen Teil der Fläche auch einige sehr grosse und vollholzige Waldföhren. Diese Baumart muss in früheren Zeiten spezifisch gefördert worden sein, denn sonst wäre die lichtbedürftige Art auf dem produktiven Standort nicht konkurrenzfähig und schon lange verschwunden. Die Waldföhren werden in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten von der Buche überwachsen und früher oder später absterben. Im Baumbestand der Altholzinsel finden wir als weitere Holzarten die Rottanne, Weisstanne, Bergahorn, Spitzahorn, Eiche und Esche.

Der Waldmeister-Buchenwald ist eine eher artenarme Waldgesellschaft. In der Strauchschicht wächst hauptsächlich das rote Geissblatt und an den lichteren Stellen überwuchert die Brombeere den Waldboden. In der Krautschicht treffen wir auf die Waldsegge, Goldnessel, Einbeere, Waldzwenke und die behaarte Hainsimse. Der Grün- und Grauspecht hat in der Umgebung regelmässig besetzte Reviere. Die Hohltaube nutzt die Schwarzspechthöhlen zum Brüten und ist mit 1-2 Paaren ebenfalls als Brutvogel im Gebiet vertreten.

Altholzinsel Breitmatten in Oberbuchsiten

Bergmatten Oberbuchsiten © Pro Natura Solothurn © Pro Natura Solothurn
Bergmatten, Oberbuchsiten

Seit 1985 ist die rund ein Hektar grosse Waldparzelle Bergmatten nordwestlich von Oberbuchsiten im Besitz von Pro Natura Solothurn. Der vielfältige Naturwald mit schönen Buchsbeständen und grossem Anteil Totholz wächst auf steilem Gelände. Ein kleiner Bach ergänzt die ökologisch wertvolle Waldfläche. Damit der Wasserabfluss gewährt bleibt, können in einem schmalen Bereich entlang des Bachs forstliche Eingriffe durchgeführt werden. Ansonsten wird der Wald der Natur überlassen.

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