Gelbringfalter © Pro Natura Solothurn

Tagfalterschutz: Aufwertungen im Kanton Solothurn

10.07.2018

Im Rahmen des laufenden Tagfalterschutzprojektes Baselland von Pro Natura BL wurden auch im Kanton Solothurn Aufwertungsmassnahmen umgesetzt und weitere sind geplant.

Förderung des Bergkronwicken-Widderchens

Das auf der roten Liste als verletzlich eingestufte Bergkronwicken-Widderchen (Zygaena fausta) ist eine Zielart des Projektes. Im Winter 2016/17 wurden im Bereich des Chellenchöpflis bei Mümliswil auf einer Fläche von rund einer halben Hektare gezielte forstliche Arbeiten ausgeführt. Der Waldrand wurde stark durchforstet, so dass die bereits vorhandenen Rasen mehr Sonnenlicht erhalten und die Scheidige Kronwicke (Coronilla vaginalis), die Futterpflanze der Raupe des Bergkronwicken-Widderchen, profitieren kann. Der Kanton Solothurn hat zusätzlich einen Korridor nach Westen in den Wald schlagen lassen, so dass das Gebiet nun mit den angrenzenden Magerweiden in Verbindung steht. Dies kommt auch dem nahe liegenden einzigen Baselbieter Fundort der Zielart im Bereich der Vorderen Wasserfallen zugute. Die Massnahme verbessert den Austausch von Tieren auch über die Kantonsgrenze hinweg. Die Gesamtpopulation im Gebiet Chellenchöpfli ist bedeutend, zumal sie zu den eher grossen der rund 10 weiteren Vorkommen der Art im Kanton Solothurn gehört.

Neue Erkenntnisse

Der in der Schweiz stark gefährdete Gelbringfalter (Lopinga achine) ist ebenfalls eine Zielart des Tagfalterschutzprojektes. Nach einem zufälligen Nachweis der Art in der Gemeinde Beinwil wurden 2016 die Lebensraumansprüche des Gelbringfalters genauer abgeklärt. In nächtlicher Arbeit konnten in diesem Gebiet mehrere Raupen an Weisser Segge (Carex alba) entdeckt werden. Die genauen Fundorte geben nun sehr wertvolle Hinweise auf die Habitatansprüche der Art. Die Lebensräume sind deutlich schattiger als bisher angenommen. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass schon einzelbaumweise Auflichtungen das nötige Licht und die nötige Wärme für die Weisse Segge und die Raupe in den Bestand bringen werden.

Kantonsübergreifendes Projekt zum Gelbringfalter

Ein neues Projekt unter der Trägerschaft von Pro Natura hat sich zum Ziel gesetzt, den Gelbringfalter in den drei benachbarten Kantonen Bern (im Berner Jura), Solothurn (v.a. im Thal) und Baselland zu fördern (siehe auch Artikel im aktuellen Pro Natura Magazin). Die Sektionen und die Kantone sind dabei mitinvolviert. 2017 wurden die viel versprechenden Waldgebiete nach Faltern abgesucht. Die Hypothese zu den Lebensraumansprüchen hat sich rasch bestätigt: In allen drei Kantonen war die Suche erfolgreich. In Bern und Solothurn konnten zahlreiche neue Fundorte festgestellt werden, im Baselbiet nur einer im Bogental. Ab diesem Jahr werden nun konkrete Fördermassnahmen in den Fluggebieten geplant, die gemeinsam mit den Kantonen umgesetzt werden sollen.

Artikel aus „Pro Natura lokal“ 2/2018

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